Internationale Chemie-Olympiade
Ein Wettbewerb für besonders interessierte und befähigte Chemie-Schüler

Von Horst Seifert (Fachbereich Chemie)
 

Der Wettbewerb spricht Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 an, die ein weit überdurchschnittliches Interesse an Chemie haben, gute und sehr gute Leistungen in diesem Fach zeigen und bereit sind, einen großen Teil ihrer Freizeit einzusetzen. Das Niveau der zu bearbeitenden Aufgaben geht weit über das Schulniveau hinaus.

Jedes Jahr etwa vier Wochen vor Beginn der Sommerferien bekommen die Schulen die Aufgaben der 1. Runde zugeschickt mit dem Auftrag, sie an interessierte Schüler weiterzureichen und diese zu motivieren, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Wer es besonders eilig hat, kann schon etwa drei bis vier Wochen früher die Aufgaben im Internet finden. Dort kann man sich auch über alles weitere rund um diesen Wettbewerb informieren. Auch Aufgaben und Lösungen der vergangenen Jahre sind dort zu finden sowie die Termine der Vorbereitungsseminare, die einige Universitäten in NRW im Frühjahr anbieten. Daher sollte man sich ruhig schon im Februar kundig machen, wenn man im Sommer teilnehmen möchte. Um das im Internet zu finden, gibt man einfach „Internationale Chemie-Olympiade“ zum Beispiel bei Google ein.

Teilnehmen kann im Prinzip jeder, doch ist das Niveau der Aufgaben derart hoch, dass nur Schülerinnen und Schüler der Oberstufe in Frage kommen, in der Regel erst am Ende der Jahrgangsstufe 11. Die Aufgaben gehen weit über den Schulstoff hinaus und es ist Literaturstudium und ein hohes Maß an Fleiß und Ausdauer erforderlich, sie erfolgreich zu bearbeiten. Daher nehmen auch meist nur wenige Schülerinnen und Schüler daran teil. Kurz nach den Sommerferien müssen die bearbeiteten Aufgaben dem Chemielehrer abgegeben werden, der sie nach einer vorgegebenen Musterlösung samt Punkteschema korrigiert und mit einem Gutachten versehen an die Bezirksregierung nach Detmold weiterreicht. Im Herbst bekommen dann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Bescheid, ob sie für die zweite Runde qualifiziert sind. Wenn ja, werden gleich die Aufgaben für diese Runde mitgeliefert, die wiederum schwerer als die Aufgaben der ersten Runde sind. Nimmt man an der zweiten Runde teil, müssen diese dann bis Anfang Dezember bearbeitet und dem Fachlehrer übergeben werden, der sie diesmal unkorrigiert nach Detmold weiterreicht. Die Korrektur erfolgt diesmal beim IPN in Kiel. Die besten zwanzig aus NRW werden dann zum Landesseminar Ende Januar eingeladen, das in den letzten Jahren immer bei der Patenfirma Bayer in Leverkusen stattfand. Die dritte Runde erreichen dann die sechzig besten Teilnehmer der zweiten Runde aus ganz Deutschland. In der Regel sind dies sieben aus NRW, was bedeutet, dass von den zwanzig zum Landesseminar eingeladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sieben die dritte Runde erreicht haben. Hier werden dann im Frühling beim IPN in Kiel theoretische und praktische Klausuren geschrieben und die besten fünfzehn erreichen die vierte Runde, in der dann wieder durch Klausuren die vier Teilnehmer der deutschen Mannschaft für die Internationale Chemie-Olympiade ermittelt werden.
Den Wettbewerb gibt es seit 1969. In den letzten Jahren haben auch Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums erfolgreich am Auswahlverfahren für die IChO teilgenommen.

1999 / 2000: Benedikt Sammet (Abiturient 2001) erreicht bei seiner 1. Teilnahme die zweite Runde und nimmt auch an dieser teil. 

2000 / 2001: 2. Teilnahme von Benedikt Sammet. Diesmal erreicht er die 3. Runde, verzichtet aber auf eine Teilnahme dort, da die Termine mit den Abiturvorbereitungsklausuren kollidieren und er nicht nachschreiben möchte, was die Schule ihm selbstverständlich angeboten hat.

2002 / 2003: 1. Teilnahme von Gabriela Mielke (Abiturientin 2004). Sie erreicht gleich die Teilnahme am Vorbereitungsseminar in Leverkusen der zwanzig besten aus NRW.

2003 / 2004: 2. Teilnahme von Gabriela Mielke. Diesmal erreicht sie sogar die 3. Runde in Kiel und nimmt an ihr teil. 1. Teilnahme von Maximiliane Sammet, die die zweite Runde erreicht, an dieser aber nicht mehr teilnimmt.

2004 / 2005: 2. Teilnahme von Maximiliane Sammet. Wieder ist sie für die zweite Runde qualifiziert, gibt dort aber keine Lösungen ab.

Ich hoffe, dass auch in den kommenden Jahren Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums an diesem Wettbewerb teilnehmen und sich mit der Lösung der zugegeben schwierigen Aufgaben befassen.