Riesenerfolg mit schmächtigem Kerl

Johanna Meilwes belegt zweiten Platz beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“

 Von Ulrike Mißbach

Minden/Bochum (mt). Dass man auch mit einem eher schmächtigen Kerlchen ei­nen Riesenerfolg ernten kann, bewies jetzt die Rats­schülerin Johanna Meilwes. Die 15-Jährige sicherte sich in Bochum beim 14. Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ in der Kategorie Umwelt einen hervorragenden zweiten Platz.

Für ihre Arbeit nahm die Schü­lerin die Mindener Bastau unter die Lupe. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei dem „Amerikanischen Flusskrebs“. Und so laute dann auch das Thema ihrer Forschungsarbeit: „Ein Ausländer in der Bastau – Untersuchungen zum amerikanischen Flusskrebs“.

Dass sich der amerikanische Flusskrebs überhaupt in deutschen Gewässern herumtreibt, habe damit zu tun, dass er 1890 von Max von Borne in Berlin als Nahrungskrebs ausgesetzt wurde, so die junge Forscherin, Viel dran sei aber wahrlich nicht an dem Tierchen, sondern er sei eher schmächtig, so die Mindenerin.

Insgesamt 19 junge Forscherinnen und Forscher aus ganz Nordrhein-Westfalen traten am Wochenende in Johanna Meilwes Fachbereich gegeneinander an und präsentierten die unterschiedlichsten Arbeiten. Dass sie einen zweiten Platz belegen würde, damit hatte die 15-Jährige nicht gerechnet. "Ich war schon mächtig stolz, dass ich überhaupt dabei sein durfte“, freut sich die Ratsschülerin.

Bereits seit knapp zwei Jahren setzt sich die Gymnasiastin intensiv mit dem Leben des amerikanischen Flusskrebses in der Bastau auseinander. Zusammen mit einer Mitschülerin hatte Johanna Meilwes bereits im vergangenen Jahr beim Regionalwettbewerb den zweiten Platz belegt. Damit hatten die beiden Schülerinnen eine Qualifizierung für den Landeswettbewerb knapp verfehlt.

 

 

Die Mindener Ratsschülerin Johanna Meilwes (7. v. l.) sicherte sich beim 14. Landeswettbewerb "Jugend forscht" in Bochum einen hervorragenden zweiten Platz in der Kategorie "Umwelt". Foto: privat

„Da bei dieser gemeinsamen Forschung zahlreiche Fragen noch offen geblieben waren, habe ich die Arbeit fortgeführt“, erklärt die Schülerin gegenüber dem Mindener Tageblatt. Erst später habe sie sich dann entschieden, erneut am Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ teilzunehmen.

Ihre Mühe wurde belohnt, denn beim diesjährigen Regionalwettbewerb in Herford vor drei Monaten belegte sie gleich zwei erste Plätze in den Bereichen Biologie und Umwelt und sicherte sich damit die Teilnahme zum Landeswettbewerb (das MT berichtete).

„Das war natürlich echt Klasse“, erinnert sich die Ratsschülerin. Unzählige Nachmittage sowie Wochenenden hat sie für ihre Forschungen an und in der Bastau verbracht. Darüber hinaus standen diverse Experimente zu Hause an.

„Obschon der amerikanische Flusskrebs – wie es der Name schon sagt – ein Ausländer in der Bastau ist, ist er inzwischen häufiger vor Ort anzutreffen als der Edelkrebs, weiß die junge Forscherin. „Er ist sehr viel unempfindlicher und längst nicht so anspruchsvoll, wie der heimische Krebs“, berichtet sie.

Unterstützung fand die Schülerin, die am Ratsgymnasium die Klasse 10c besucht, sowohl bei ihren Eltern als auch bei der Studienreferendarin Birthe Kruska. Alle drei begleiteten die junge Dame zur Präsentation nach Bochum und verfolgten schließlich voller Stolz die Preisverleihung.

Schon jetzt steht fest, dass Jo­hanna Meilwes ihre Forschungsarbeiten nicht beenden wird. „Ich muss jetzt nur ein neues, interessantes Thema finden“, überlegt die 15-Jährige. Biologie und hier insbesondere Ökosysteme fasziniere sie bereits seit Jahren. Aber da ist sie zuversichtlich und sicherlich bekomme sie von ihren Lehrern die ein oder andere Anregung, was sie noch machen könne.

MT-Artikel vom 27.04.2005