"Eine glückliche Paarung - ohne Todesfälle"
Regionalwettbewerb "Jugend forscht" in Herford / Mindener Ratsgymnasiasten im Fach Biologie außerordentlich erfolgreich
Minden/Herford (nw). Großer Erfolg: Mit vier eingereichten Arbeiten aus den Bereichen Biologie und Physik ist das Ratsgymnasium beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht / Schüler experimentieren" in der Sparkasse Herford als Schule ausgezeichnet worden.
Von Jennifer Reker (Text) und Stefan Boscher (Fotos)

Besonders gut hat in diesem Jahr die Biologie abgeschnitten. Bei dem Regionalwettbewerb in Herford war viel los: 117 Schüler präsentierten in 58 Teams ihre Versuche und Ergebnisse vor großer Jury. Johanna Meilwes (Klasse 10c) vom Ratsgymnasium wurde in der Kategorie "Schüler experimentieren" Regionalsiegerin.

Sie hat die Bastau genauer unter die Lupe genommen. Ihr besonderes Augenmerk galt dem amerikanischen Flusskrebs. "Er ist ein Ausländer in der Bastau, aber trotzdem häufiger anzutreffen als der heimische Edelkrebs", sagt die 15-Jährige. Das liege vor allem daran, dass der amerikanische Flusskrebs unempfindlicher und nicht so anspruchsvoll wie der heimische Krebs sei, hat die Forscherin bei ihren Beobachtungsstudien und Versuchen herausgefunden.
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"Viel dran ist nicht am Flusskrebs"

Dass sich der amerikanische Flusskrebs überhaupt in deutschen Gewässern herumtreibt, habe damit zu tun, dass er 1890 von Max von den Borne in Berlin als Nahrungkrebs ausgesetzt wurde. "Viel dran ist da nicht", sagt die Regionalsiegerin. Für ihre Versuchsreihe belegte Johanna außerdem den ersten Platz im Wettbewerb Umwelt. Die Arbeit über den Flusskrebst ist im Rahmen des Projekts "Bachstation an der Bastau" ihrer Schule entstanden.

Annika Nolte (18) vom Ratsgynasium (Leistungskurs Biologie, Jahrgangsstufe 12) belegte in der Kategorie "Jugend forscht", Fachbereich Biologie, den zweiten Platz. In dieser Kategorie können Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren teilnehmen. Annika untersuchte das Paarungsverhalten von "Iris oratoria" (Gottesanbeterin) im Terrarium. "Man muss aufpassen, dass das Weibchen das Männchen nach der Paarung nicht frisst", sagt die Insektenliebhaberin. Um dem Kannibalismus vorzubeugen, müsse das Terrarium besonders groß sein. Sie stellte fest: "Das Männchen ist nachtaktiv. Schläft das Weibchen, pirscht er sich an sie heran." So käme es zur glücklichen Paarung - ohne Todesfälle.

Der elf Jahre alte Christoph Markus (6c) vom Ratsgymnasium trat mit "Hat der Stirlingmotor eine Zukunft?" im Fachbereich Physik an und erhielt den Sonderpreis der Sparkasse Herford. Die Schülerinnen Lena Holthaus und Esra Uçar (Klasse 6d) haben über mehrere Monate das "Fressverhalten von Meerschweinchen" untersucht. Sie erhielten einen Sonderpreis der Sparkasse Herford und ein Zeitschriften-Abonnement.

In diesem Jahr sind die Teilnehmer des Ratsgymnasiums von der Studienreferendarin Birthe Kruska und der Biologielehrerin Gabriele Lorenzen betreut worden.

Copyright © Mindener Tageblatt 2005
Dokument erstellt am 20.02.2005 um 21:05:25 Uhr
Erscheinungsdatum 20.02.2005 | Ausgabe: MT