Ich musste töten....
Ausstellung zum Thema Kindersoldaten eröffnet


Rechtzeitig zum Tag der Menschenrechte am 10.12. wurde am Freitag im Forum des Ratsgymnasiums die von der Menschenrechtsorganisation „amnesty international“ (ai) konzipierte Ausstellung - „Ich musste töten....“ Kindersoldaten in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda , Sierra Leone und Liberia - eröffnet. (MT Bericht vom 1.12.05)

Auf zwanzig Text – und Bildtafeln wird in eindrucksvoller Weise die Problematik der bewaffneten Kindertruppen in den Bürgerkriegsgebieten Zentralafrikas dargestellt. Weltweit werden zur Zeit über 300 000 Kinder in Kriegen und bewaffneten Konflikten als Soldaten eingesetzt. Viele werden bereits im Alter von 10 Jahren oder jünger zwangsrekrutiert oder melden sich freiwillig, um ihrer auswegslosen familiären und wirtschaftlichen Situation zu entkommen. Davon sind sowohl Jungen als auch Mädchen betroffen, die als Kindersoldaten missbraucht und für besonders gefährliche Aufgaben benutzt werden. Neben den Fronteinsätzen werden sie beispielsweise zur Entschärfung von Landminen abkommandiert. Sie werden auch zur Prostitution gezwungen, wobei Drogen und Alkohol sie gefügig machen sollen. Amnesty international möchte mit dieser Ausstellung die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diese Problematik lenken. Nach internationalen Konventionen gilt die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren als Kriegsverbrechen.
Die ai – Jugendgruppe des Ratsgymnasiums hat sich insbesondere mit dem Konflikt in der Demokratischen Volksrepublik Kongo beschäftigt und setzt sich derzeit mit einer Unterschriftenaktion für einen Jugendlichen ein, der im Alter von 16 Jahren zum Tode verurteilt wurde und auf seine Hinrichtung wartet. Diese Verurteilung verstößt nicht nur gegen die international gültigen Menschenrechte, sondern auch gegen die im Kongo geltenden Militärgesetze. So ist es den Mitgliedern der ai - Gruppe ein wichtiges Anliegen, sich und ihre Mitschüler über derartige Menschenrechtsverstöße zu informieren, die sich auch gegen gleichaltrige Kinder und Jugendliche richten. Mit Appellbriefen und Unterschriftenaktionen möchte ai weltweit Druck auf die betroffenen Regierungen ausüben und zur Einhaltung der Menschenrechte auffordern.
Die Ausstellung kann bis zum 22.12.05 montags bis freitags von 8°° Uhr bis 13°° Uhr besichtigt werden.
(G. Berndt)












Neue Jugendgruppe für "amnesty"
Gefangenenhilfsorganisation plant Ausstellung zu Kindersoldaten

 

Minden (mt/mob). Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember plant die Mindener Gruppe der Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International (ai) eine Ausstellung zum Thema Kindersoldaten.
 
Am 10. Dezember 1948 stimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu. Um die Bedeutung der Menschenrechte weltweit öffentlich zu machen, wurde dieser Tag von der Uno als Internationaler Tag der Menschenrechte eingeführt.

Für die Arbeit der internationalen Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) ist der 10. Dezember ein Anlass, auf die Einschränkung von Menschenrechten hinzuweisen, die Arbeit von ai bekannt zu machen und um Unterstützung für einen besseren Schutz der Menschenrechte zu werben.

Die Mindener ai Gruppe ist vor Ort engagiert, Mitstreiter für den Schutz von bedrohten Personen zu gewinnen. Im Rahmen der Aktion "Briefe gegen das Vergessen" veröffentlicht ai in London jeweils drei Fälle, in denen Gefangene von Folter und Hinrichtung bedroht sind oder in denen auf das Schicksal von politischen Gefangenen oder verschwundenen Personen hingewiesen wird. In Minden beteiligen sich zurzeit 70 Personen oder Gruppen an dieser internationalen Aktion. Sie erhalten dazu vorbereitete Appellbriefe von der Mindener ai Gruppe. Insgesamt treffen bei den betroffenen Regierungen dann tausende von Briefen aus aller Welt ein. Durch diesen öffentlichen Protest gegen die Verletzung von Menschenrechten können nach Angaben von ai zum Bespiel Hinrichtungen abgewendet oder die Freilassung von langjährig inhaftierten politischen Gefangenen erreicht werden, die nur wegen ihres friedlichen politischen Engagements in Haft geraten waren.

Die ai Gruppe Minden beteiligt sich auch an Kampagnen, die den Schutz der Menschenrechte vorbeugend verbessern sollen. Im Jahr 2005 stand die Kampagne "control arms" im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit. Durch eine Fotopetition im Internet wird eine strengere Kontrolle des Handels mit Kleinwaffen gefordert und ein Abkommen der Vereinten Nationen auf der UN-Konferenz im Jahr 2006 unterstützt. In Deutschland haben sich bereits über 20 000 Personen an der Petition beteiligt.
 
Ausstellung zu Kindersoldaten

Begleitend zu dieser Kampagne zeigte ai Minden im Sommer die Plakatausstellung "Kindersoldaten" in der Zivildienstschule Bad Oeynhausen. In Bürgerkriegsregionen besteht oft ein enger Zusammenhang zwischen der unkontrollierten Verbreitung von Kleinwaffen und der Rekrutierung von Kindern als Soldaten. Die Ausstellung verdeutlicht durch Einzelportraits das schwere und grausame Schicksal von Kindern in Zentralafrika. Die Schulleitung der Zivildienstschule fand die Umsetzung des Themas übrigens so gelungen, dass aus der für vier Wochen geplanten Präsentation mittlerweile eine Dauerausstellung geworden ist.

Gruppensprecherin neu in Minden

Aus Anlass des Tags der Menschenrechte wird die Ausstellung "Kindersoldaten" Anfang Dezember auch im Ratsgymnasium in Minden zu sehen sein. Die Ausstellung wird von der neu gegründeten ai Jugendgruppe am Ratsgymnasium in Zusammenarbeit mit ai Minden vorbereitet. Nachdem die früheren Mitglieder der Jugendgruppe alle ihr Abitur gemacht hatten, fand sich in den letzten Wochen eine neue Gruppe aktiver Jugendlicher zusammen. Auch in Rahden hat sich eine ai Jugendgruppe neu gegründet, die in der Anfangsphase von der ai Gruppe Minden mit unterstützt wird.

In der Mindener Gruppe hat es ebenfalls eine personelle Veränderung gegeben. Nach langjährigem Engagement hat Cornelia Hoppe ihr Amt als Gruppensprecherin abgegeben. Auf vielen Veranstaltungen in Minden und Umgebung, oft auch in Diskussionen mit Schulklassen, hat sie in den vergangenen Jahren die Anliegen von amnesty international vertreten. Doris Wemhoff-Kokoschka ist seit Anfang 2005 Gruppensprecherin.

www.amnesty-owl.de
 


copyright by mt-online.de

05.12.2005
Achtung: Artikel, Fotos und sonstige Informationen aus dem MINDENER TAGEBLATT / MT-ONLINE sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Einwilligung der Chefredaktion verwandt werden.