Unterschriften für Sanierung des Sportplatzes

Klasse 6 c des Ratsgymnasiums wendet sich an Bürgermeister Buhre / 2005 wohl noch kein Geld



Aktion: Die Klassensprecher Niklas Lämmel (von links) und Clara Le Guellec übergaben Bürgermeister Michael Buhre die Unterschriften, die ihre Klasse für die Sanierung des Sportplatzes am Ratsgymnasium im Politikunterricht bei Georg Kaiser (rechts) gesammelt hatten. MT-Foto: Langenkämper

Minden (lkp). Wenn wir keinen Sportplatz bekommen, dann turnen wir im Rathaus.“ So wörtlich setzten Sechstklässler des Ratsgymnasiums ihren Protest gegen die Sperrung ihres Sportplatzes gestern Morgen dann doch (noch) nicht um.

Aber Bürgermeister Michael Buhre öffnete den Elf- und Zwölfjährigen die Tür zu seinem Büro, um sich deren Sorgen anzuhören. Mehr als 400 Unterschriften hatte die Klasse 6 c im Politikunterricht bei ihrem Lehrer Georg Kaiser gesammelt. Ihre Forderung: eine rasche Reparatur des Sportplatzes, der wegen Stolperfallen im defekten Belag gesperrt ist.

Nicht nur der Sportunterricht leidet unter der Sperrung. In den Pausen können wir keinen Fußball mehr darauf spielen“, sagte Klassensprecher Niklas Lämmel, wo die Jugendlichen der Schuh noch drückt. Um nicht einfach nur abzuwarten, wollten die Schüler persönlich was machen“. Seit Oktober sammelten sie die Unterschriften bei Schüler und Lehrern, im Verwandten- und Bekanntenkreis. Alle waren bereit zu unterschreiben“, berichtete Klassensprecherin Clara Le Guellec.

Michael Buhre kennt die Probleme in den Sportstätten im Stadtgebiet noch aus seiner Zeit im Schulbüro vor seiner Wahl zum Bürgermeister. 160 000 Euro solle die Erneuerung des Sportplatzes kosten, sagte er den Schülern auf Grund der Berechnungen der Baufachleute. Eine Reparatur sei aber unwahrscheinlich noch in diesem Jahr“, schenkte er den Jugendlichen reinen Wein ein über den derzeitigen Stand der Haushaltsberatungen. Ehrlich sage ich, dass wir erst mal in die Schulen stecken.“ Aber schließlich werde ja auch die neue Sporthalle an der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule gebaut, die das Ratsgymnasium mit nutzen soll.

Damit Geld für die Sportplatzsanierung in diesen oder vielleicht den nächsten Haushalt eingestellt wird, empfahl der Bürgermeister den Schülern sich auch an die politischen Parteien zu wenden. Der Bitte des Klassensprechers, den Platz wenigstens zeitweise und in einem abgegrenzten Bereich bespielen zu dürfen, konnte Buhre nur mit Hinweis auf die Grenzen seines Amtes antworten: Bestimmte Vorschriften kann man nicht außer Kraft setzen. Das kann nicht einmal ein Bürgermeister.“

Die Lehrstunde in Sachen eigenem Engagement und Kommunalpolitik gingen für die Klasse mit einer Führung und einem Rundgang durch das Rathaus zu Ende.

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18.01.2005
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