Minden, den 8.11.2007
Podiumsdiskussion im Ratsgymnasium zum Thema „Domhofgalerie“

Diese Veranstaltung bot den Schülern, die zum ersten Mal direkt an einem politischen Entscheidungsprozess beteiligt sind, eine einmalige Gelegenheit, aus erster Hand qualifizierte Informationen zu der auch für ihre Zukunft so wichtigen Weichenstellung für die städtebauliche Entwicklung Mindens zu erhalten.
Auf Initiative der Fachschaften Erdkunde und Sozialwissenschaften waren folgende Vertreter der Interessengruppen eingeladen:
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         Frau Seidemann (Bürgerbegehren gegen den Rathausabriss)
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         Herr Naujock (Stadt Minden)
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         Herr Hunting (IHK-Minden/ Mindener Weg)
Durch Herrn Naujock wurde auf den Zentralitätsverlust der Mindener Innenstadt und die daraus resultierenden Umsatzeinbußen im Einzelhandel aufmerksam gemacht. Laut seiner Aussagen stellt ein innerstädtisches Einkaufszentrum, in Form der Domhofgalerie, eine sinnvolle Lösung des Problems dar. Zudem bietet die Ratshauslösung „on the top“ eine Einbindung von Teilen der städtischen Verwaltung. Der gesamte Umbau würde unter Wahrung des Denkmalschutzes ablaufen.
Frau Seidemann informierte die Schülerinnen und Schüler aus der Sichtweise der Initiatoren des Bürgerbegehrens, indem sie ausführlich auf die Veränderung der Gesamteinkaufsflächen auf dann insgesamt ca. 62.500 m2 einging. Weitere Kritikpunkte sah sie in der Verkehrssituation infolge des zu erwartenden zusätzlichen Verkehrs und der tatsächlichen Kosten, die entgegen der veröffentlichten Berechnungen durch Neubaumaßnahmen für die Stadt entstehen würden.
Herr Hunting stellte heraus, dass die IHK die Möglichkeit von Alternativen aufzeigen wolle, was beispielhaft durch den „Mindener Weg“ geschehen ist. Diese Planung sieht eine Aufteilung in vier große Blöcke vor, wodurch die Möglichkeit einer Verbindung von "drinnen" und "draußen" statt einer geschlossenen Einheit (Negativbeispiel Obermarktpassage) gegeben sei. Deutlich kritisierte er das Fehlen eines "Masterplans" für eine langfristige Stadtentwicklung in Minden und  plädierte für diversifiziertere Ansätze. 
In einer anschließenden Fragerunde nahmen zahlreiche SchülerInnen die Gelegenheit wahr, ihre individuellen Fragen zu der Problematik vertiefend durch die Experten beantworten zu lassen, so dass die Veranstaltung ihrer Zielsetzung gerecht geworden ist.